Imkerverein Schwarzhofen
 

Phänologischer Kalender

    

Seit jeher unterteilen die Menschen den zeitlichen Ablauf.Und dabei orientieren sie sich, wie sollte es auch anders sein, an den natürlichen Erscheinungen. Nach diesen richten sich auch Flora und FaunaDer auffälligste zeitliche Takt ist wohl der Wechsel von Tag und Nacht. Wie wir heute wissen, dreht sich die Erde um sich selbst, wobei dadurch immer ein anderer Abschnitt der Erdoberfläche von der Sonne beschienen wird.


Bienen sind Sonnentiere. Bei ihren Ausflügen orientieren sie sich am Stand des Gestirnes am Himmel. Auch die Nahrungsspender des Bienenvolks, Blüten, öffnen ihre Kelche für die Nektar- und Pollensammlerinnen nach dem Sonnenstand.
Ein weiterer unübersehbarer Taktgeber ist der kosmische Begleiter der Erde. Optisch erfassen wir den Weg des Mondes von der Erde aus in Gestalt der Mondphasen. Zu- und abnehmendem Mond, dem Neumond und vor allem dem Vollmond werden die unterschiedlichsten Auswirkungen auf das Leben zugeschrieben. So beachten z.B. manche Gärtner bei ihren Arbeiten den Mondkalender. Aber auch mancher Imker arbeitet mit seinen Schutzbefohlenen danach.


Den längsten natürlichen Zyklus stellt der Jahreslauf dar. Auf ihrem Weg der Erde um die Sonne und dem damit verbundenen sich ständig ändernden Einfallswinkel der Sonnenstrahlen durch die Neigung der Erdachse erleben wir in unseren Breiten die Jahreszeiten. Pflanzen-, Tierwelt und die Menschen werden seit Anbeginn des Lebens durch diesen kosmischen Kreislauf beeinflusst. Die Einteilung des Jahreskreises in die vier Jahreszeiten ist aber zu grob und ungenau.

Der phänologische Kalender unterteilt das Jahr in zehn Phasen. Diese Phasen sind nicht starr, nicht gleich lang und sind jeweils nicht an ein festes Datum gebunden. Sie gehen gleitend ineinander über.Zur zeitlichen Definition von Beginn und Ende der einzelnen Phasen dienen sogenannte Zeigerpflanzen. Diese sind natürlich je nach Kontinent und Flora unterschiedlich.


Dem Beginn im Jahresreigen macht der Vorfrühling. Er startet mit der ersten Blüte von Salweide, Haselnuss, Schneeglöckchen und Schwarzerle (ca. Ende Februar bis Mitte März).
Mit der Blüte von Löwenzahn und Forsythie und danach Kirsche, Pflaume, Birne und Schlehe befinden wir uns im Erstfrühling (ca. Mitte März bis Ende April).


Der Vollfrühling (ca. die drei ersten Maiwochen) brilliert mit der Blüte von Apfel und Flieder, danach mit der der Himbeere und dem Austrieb der Stieleiche.
Von ca. Ende Mai bis Ende Juni währt der Frühsommer mit der Blüte der Zeigerpflanzen Holunder, Wald-Geißbart und Weißdorn.Der Hochsommer wäre dann ungefähr der gesamte Monat Juli mit der Blüte der Winterlinde, der Wegwarte, der Kartoffel und der Reife der Johannisbeeren.Der Spätsommer (ca. die ersten drei Wochen im August) ist gekennzeichnet mit der Reife von Eberesche, Frühapfel und Felsenbirne und durch die Blüte des HeidekrautesDie Blüte der Herbstzeitlose und die Reife von Haselnuss und schwarzem Holunder leiten Ende August bis Mitte September den Frühherbst ein.Der Vollherbst (Mitte September bis Mitte Oktober) bringt die spektakuläre Laubfärbung von Eiche, Esche und wildem Wein hervor. Außerdem sind jetzt die Früchte von Stieleiche, Quitte, Rosskastanie und Walnuss reif.


Im Spätherbst (ca. Mitte Oktober bis Mitte November fällt das Laub von Rosskastanie und Eberesche.
Von ca. Mitte November bis Mitte Februar herrscht im Winter die Vegetationsruhe. Zwar läuft zu Beginn noch auf den Feldern der Winterweizen auf, jedoch wird als Winter die Zeit zwischen dem Ende der Vegetationszeit und der Haselblüte bezeichnet.Somit schließt sich der Reigen der Jahreszeiten im phänologischem Kalender.


Wichtig für uns Imker sind am jeweiligen Standort ebenso gewisse Zeigerpflanzen. So wird z.B. der Beginn der Blüte der Vogelkirsche als Zeitpunkt zum Aufsetzten der Honigräume angesehen.